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Was ist Mobbing? Werde ich gemobbt? Der Versuch einer Definition und Erklärung

August 26th, 2011 · Keine Kommentare

Der Begriff Mobbing hat sich fast zum Modewort entwickelt. Dahinter steht eine wirklich große Problemstellung in der Arbeitswelt. Es ist nicht einfach, Mobbing zu definieren und es gibt nur in wenigen Fällen eine eindeutige Rechtslage.

Sehr häufig sind es in der Praxis Situationen, in denen man sich im Grenzbereich bewegt.

Die Frage, ob es sich bei einer Handlung noch um eine schlichte Unfreundlichkeit handelt oder ob dieselbe Handlung – wenn man sie in einen größeren Zusammenhang stellt – Teil einer größeren echten Mobbing-Problematik ist, läßt sich immer nur im Einzelfall feststellen.

Beispiele:

  • Meier begrüßt Müller als einzigen Kollegen im Büro nicht. Das ist an sich nicht schlimm, wenn man dieses eine Nicht-Begrüßen alleine betrachtet. Wenn man aber weiß, daß Meier den Müller nie begrüßt, mit allen anderen immer besonders freundlich und herzlich ist und an Müllers Schreibtisch immer demonstrativ abgewandt vorbeigeht, sieht die Sache anders aus.
  • Ein Mitarbeiter wird zu einer Schicht von Freitag auf Samstag eingeteilt. Nicht schlimm. Unangenehm, wenn der Mitarbeiter, der in Scheidung lebt, genau an diesem Wochenende seine Kinder hat und der Vorgesetzte das weiß (aber noch nicht schlimm). Wirklich ein Problem wird es, wenn der Vorgesetzte, der die Liste der „Kinderwochenenden“ des Mitarbeiters hat und ihn ganz zufällig immer oder sehr oft an diesen Wochenenden zur Nachtschicht einteilt.

Die folgende Definition des Landesarbeitsgerichts Thüringen hat sich unter den Arbeitsrechtlern in Deutschland weitestgehend durchgesetzt:
“… fortgesetzte, aufeinander aufbauende oder ineinander übergreifende, der Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung dienende Verhaltensweisen, die nach Art und Ablauf im Regelfall einer übergeordneten, von der Rechtsordnung nicht gedeckten Zielsetzung förderlich sind und jedenfalls in ihrer Gesamtheit das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder andere ebenso geschützte Rechte, wie die Ehre und die Gesundheit des Betroffenen, verletzen. …”. (Thüringer Landesarbeitsgericht, Erfurt, 5 Sa 403/2000, 10.04.2001)

Viele wirkliche Mobbing-Opfer trauen sich nicht, sich mit ihren Problemen einem Dritten anzuvertrauen oder gar zu wehren. Sie haben Angst vor einer Kündigung oder anderen weiteren Repressalien.

Wenn also eine Mobbing-Situation gegeben ist, sollte in jedem Fall Kontakt zu einem entsprechend qualifizierten Rechtsanwalt aufgenommen werden.

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Pöppel – Rechtsanwälte
Kanzlei für Arbeitsrecht

Axel Pöppel
Rechtsanwalt 
und Fachanwalt für Arbeitsrecht

Elsastraße 39 – 22083 Hamburg

T. 040 35704950
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