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Kündigung wegen schlechter Leistung – Der Arbeitgeber muß schlechte Arbeit durch vergleichbare Arbeitnehmer nachweisen – Aktuelle Entscheidung des LAG München

Oktober 19th, 2011 · Keine Kommentare

Wie werde ich einen Angestellten los, der immer nur die hälfte der anderen Kollegen schafft und / oder ständig viel zu viele Fehler macht?

Diese Frage dürfte die von Arbeitgebern am häufigsten an Fachanwälte für Arbeitsrecht gestellte sein.

Und eine richtig gute Antwort gibt es selten.

Dies hat seinen Grund darin, daß es extrem schwierig ist, einem Mitarbeiter die Schlechtleistung gerichtsfest nachzuweisen.

So war es am Ende auch in dem vorliegenden Fall.

Ein Mitarbeiter wurde wegen häufiger Fehler zweimal abgemahnt und dann gekündigt und klagte vor dem Arbeitsgericht gegen die Kündigung.

Die Klage war in zwei Instanzen erfolgreich, weil der Arbeitgeber die häufigen Fehler und sonstige Schlechtleistung im Job nicht nachweisen konnte.

Die Angestellte in Teilzeit war bei der Arbeitgeberin seit etwa zehn Jahren für die edv-mäßige Erfassung von Frachtdaten zuständig.Sie hatte zum Beispiel die Barcodes und Postleitzahlen auf Frachtbriefen aufzunehmen und diese auf Richtigkeit bzw. Plausibilität überprüfen.

Die Firma warf ihr z.B. die häufige Verwechslung von “IRL” (Irland) und “IR” (Iran) vor.

Nach der Entscheidung des LAG Mrbeitgeberseite muß nach Ansicht der Richter belegen, dass der gekündigte Mitarbeiter seine ganz persönliche Leistungsfähigkeit nicht ausschöpft und darüber hinaus noch hinter vergleichbaren Kollegen zurückbleibt. Der Arbeitgeber muß also den Nachweis erbringen, daß es über einen längeren Zeitraum eine deutlich höhereFeherquote gab, als bei einer “Vergleichsgruppe”.

Quelle: LAG München – Urteil vom 03.03.2011 – Az. 3 Sa 764/10

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