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Fristlose Kündigung – Marathonteilnahme trotz Krankheit

November 3rd, 2013 · Keine Kommentare

Fristlose Kündigung wegen Marathonteilnahme trotz Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Das Arbeitsgericht Stuttgart hatte sich mit der Frage zu befassen, ob eine fristlose Kündigung wirksam ist, wenn der Arbeitnehmer trotz Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an einem Marathon teilnimmt. Der Arbeitnehmer war äußerst sportlich und betrieb seit seinem 16. Lebensjahr Leistungssport. Er läuft ca. 300 km im Jahr, fährt Fahrrad, schwimmt und spielt Fußball. Nachdem er durch einen Wegeunfall einen Schulterblattbruch erlitten hatte, war er länger arbeitsunfähig. Trotzdem nahm er während der Zeit, in der er krankgeschrieben war, an zwei Marathonläufen teil. Vorher ließ er sich aber von seinem behandelnden Arzt versichern, dass sein Gesundheitszustand dem nicht entgegenstand und auch keine negativen Folgen für den Heilungsprozess zu befürchten waren.

Arbeitsgericht

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Die Richter urteilten, dass die fristlose Kündigung unwirksam war. Laut Gericht stellt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung lediglich fest, dass der Arbeitnehmer seinen arbeitsvertraglichen Pflichten nicht nachkommen kann. Dies heißt aber nicht, dass der Arbeitnehmer auf anderweitige Tätigkeiten verzichten muss. Soweit diese den Heilungsverlauf nicht beeinträchtigen, waren die sportlichen Aktivitäten des Arbeitnehmers erlaubt.

Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 22.3.2007 (Az.: 9 Ca 475/06)

Fazit: Krankheit mit Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung heißt nicht, dass man im Bett bleiben muss.

Geschrieben und gefunden  von
Axel Pöppel, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hamburg Barmbek

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